Trusted Agent Protocol (TAP) von Visa
Zuletzt geprüft am 2026-06-18Das Trusted Agent Protocol (TAP) ist ein Vertrauensrahmen für agentischen Handel, von Visa am 14. Oktober 2025 vorgestellt und in Zusammenarbeit mit Cloudflare entwickelt. Es erlaubt einem Händler, kryptografisch zu prüfen, dass ein KI-Agent zugelassen ist, und ihn von einem bösartigen Bot zu unterscheiden, noch bevor Handel stattfindet. TAP ist weder ein Checkout- noch ein Zahlungsprotokoll: Es ist die Vertrauensschicht darunter. Es setzt auf HTTP Message Signatures (RFC 9421) auf, abgestimmt mit Web Bot Auth, und transportiert drei Informationsebenen: Absicht des Agenten, Wiedererkennung des Verbrauchers und optional Zahlungsdaten. Die ersten Spezifikationen gelten für das Visa-Netzwerk.
Kernfakten
| Urheber / Träger | Visa, entwickelt in Zusammenarbeit mit Cloudflare |
|---|---|
| Angekündigt am | 2025-10-14 |
| Lizenz | Öffentliches Repository auf GitHub (eigene Lizenz, siehe LICENSE.md im Repository) |
| Governance | Veröffentlicht von Visa (Visa Developer Center und GitHub); Visa nennt Abstimmungsarbeit mit IETF, OpenID Foundation und EMVCo |
| Umfang | Vertrauensrahmen für agentischen Handel: Händler können zugelassene KI-Agenten kryptografisch verifizieren (Absicht des Agenten, Wiedererkennung des Verbrauchers, optionale Zahlungsdaten) und sie beim Checkout von bösartigen Bots unterscheiden |
| Transport | HTTP Message Signatures (RFC 9421), abgestimmt mit Web Bot Auth; erweiterbar auf nicht webbasierte Nachrichtenprotokolle |
| Zahlung | Agenten können optional Zahlungsdaten mitführen, um den vom Händler bevorzugten Checkout zu unterstützen; die ersten Spezifikationen gelten für das Visa-Netzwerk |
| Reifegrad | Beta |
Was ihn auszeichnet
- Von Visa am 14. Oktober 2025 vorgestellt, entwickelt in Zusammenarbeit mit Cloudflare
- Kryptografische Agentensignaturen, gebunden an Händlerdomain und Vorgang, mit Anti-Replay-Schutz
- Drei Informationsebenen: Absicht des Agenten, Wiedererkennung des Verbrauchers, optionale Zahlungsdaten
- Aufgebaut auf HTTP Message Signatures (RFC 9421) und abgestimmt mit Web Bot Auth
- Rückmeldungen früher Partner: Adyen, Ant International, Checkout.com, Coinbase, CyberSource, Elavon, Fiserv, Microsoft, Nuvei, Shopify, Stripe und Worldpay
- Von Visa als komplementär zu ACP positioniert, mit x402-Interoperabilitätsarbeit gemeinsam mit Coinbase
- Teil von Visa Intelligent Commerce, erweitert beim Visa Payments Forum 2026 (10. Juni 2026) um Agent Score, ein Agentic Directory und ein Large Transaction Model
Wie TAP funktioniert
TAP gibt Händlern einen Weg, drei Fragen zu beantworten, bevor sie eine Agenteninteraktion akzeptieren: Ist dies ein legitimer, anerkannter Agent? Handelt er für einen bestimmten, authentifizierten Nutzer? Und führt er gültige Anweisungen für diese Aktion mit? Der Agent legt eine kryptografische Signatur vor, aufgebaut auf HTTP Message Signatures (RFC 9421) und abgestimmt mit Web Bot Auth. Die Signatur enthält Zeitstempel, eine eindeutige Sitzungskennung sowie Schlüssel- und Algorithmuskennungen (Anti-Replay) und ist an die Domain des Händlers und den konkreten Vorgang gebunden, Browsen oder Zahlung. Drei Informationsebenen begleiten sie: die Absicht des Agenten, die Wiedererkennung des Verbrauchers (bestehendes Konto oder Beziehung, mit Einwilligung) und optional Zahlungsdaten (etwa Payment Account References für hinterlegte Karten, Loyalty-Nummern, E-Mail-Adressen).
Spezifikation und Governance
Visa stellte TAP am 14. Oktober 2025 vor, entwickelt in Zusammenarbeit mit Cloudflare, mit frühem Feedback von Adyen, Ant International, Checkout.com, Coinbase, CyberSource, Elavon, Fiserv, Microsoft, Nuvei, Shopify, Stripe und Worldpay. Die Spezifikation und eine vollständige Beispielimplementierung (Agentenregister, CDN-Proxy zur Prüfung von RFC-9421-Signaturen, Händler-Backend und -Frontend, Demo-Agent) sind öffentlich auf GitHub unter einer eigenen Lizenz. Visa nennt Abstimmungsarbeit mit IETF, OpenID Foundation und EMVCo.
Wo TAP im Stack sitzt
TAP ist kein Checkout- oder Zahlungsprotokoll: Es ist die Vertrauensschicht, mit der ein Händler einen akkreditierten Agenten von einem bösartigen Bot unterscheiden kann, bevor Handel entsteht. Visa positioniert es als komplementär zu ACP und arbeitet mit Coinbase an x402-Interoperabilität. Auf Mastercard-Seite greift Agent Pay dasselbe Vertrauensproblem von der Issuing- und Tokenisierungsseite an.
Grenzen und offene Fragen
Die ersten Spezifikationen gelten für das Visa-Netzwerk; eine ökosystemweite Reichweite hängt von der Abstimmungsarbeit mit Normungsgremien ab, die Visa nach eigenen Angaben verfolgt. Im Repository sind noch keine Releases getaggt, und die händlerseitige Adoption über die genannten frühen Partner hinaus ist in Primärquellen noch nicht dokumentiert.
Für wen das relevant ist
Händler, deren Bot-Abwehr legitime Einkaufsagenten blockiert, CDNs und Anti-Bot-Anbieter sowie Agentenplattformen, die wollen, dass ihre Agenten erkannt statt gefiltert werden.
Adoption
- Visa: Urheber (2025-10-14). Quelle
- Cloudflare: Partner der Mitentwicklung (2025-10-14). Quelle
- Microsoft: Früher Partner (Feedback) (2025-10-14). Quelle
- Shopify: Früher Partner (Feedback) (2025-10-14). Quelle
- Stripe: Früher Partner (Feedback) (2025-10-14). Quelle
- Coinbase: Früher Partner; x402-Interoperabilität (2025-10-14). Quelle
- OpenAI: KI-Plattformpartner (Visa Intelligent Commerce) (2026-06-10). Quelle